Tastende Hände gegen Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland – 71.000 Frauen erkranken daran Jahr für Jahr. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Überlebenschancen erheblich. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote unter Menschen mit Schwerbehinderung mit 13,4 % sehr viel höher als die nichtbehinderter Menschen.

Die Initiative discovering hands setzt den besonderen Tastsinn blinder und sehbehinderter Frauen zur Verbesserung der Brustkrebsfrüherkennung ein. Sie werden als Medizinisch-Taktile Untersucherinnen (MTU) qualifiziert und bundesweit in Kliniken, Praxen oder discovering hands-Zentren beschäftigt. Während der standardisierten Tastuntersuchung, die zwischen 30 und 60 Minuten dauert, finden sie kleinste Gewebeveränderungen in der Brust der Patientin – im Vergleich 28% mehr und 50% kleiner als Gynäkologen. Damit erhält eine kontinuierlich steigende Anzahl brustkrebserkrankter Frauen durch den Einsatz der MTU in einem nichtmetastasierten Stadium eine Diagnose und kann heilend behandelt werden. discovering hands schafft also Arbeitsplätze für blinde und sehbehinderte Frauen nicht “trotz ihrer Behinderung”, sondern “wegen ihrer Begabung” und verbessert gleichzeitig die Brustkrebsfrüherkennung maßgeblich.

Das Förderprojekt

Ursprünglich konnten nur Frauen mit Reha-Anspruch die Ausbildung bei einem qualifizierten Ausbildungsträger absolvieren. Durch die Stärkung des Inklusionsgedankens sinkt seit einigen Jahren aber die Anzahl der geeigneten Ausbildungskandidatinnen mit Reha-Anspruch. In einem durch die SKala-Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten ermöglichten Förderprojekt wird nun auch nicht Reha-fähigen Frauen wie Schulabgängerinnen, Umschülerinnen oder Rückkehrerinnen in den Arbeitsmarkt die Möglichkeit für eine Ausbildung zur MTU gegeben. Hierfür wird eine eigene, stärker auf die Bedürfnisse der Frauen angepasste Ausbildung mit verkürzter Anwesenheitszeit und einer möglichst barrierefreien E-Learning-Plattform sowie verbesserten Tastmodellen geschaffen. Gleichzeitig erhöht discovering hands die Qualifikation der MTUs durch Integration eines neuen Tätigkeitsfeldes (Anleitung zur taktilen Selbstuntersuchung ATS) und erschließt so weitere Tätigkeitsbereiche im Gesundheitsmarkt.

Im Förderzeitraum werden zunächst in 4 Kursen 24 Frauen ausgebildet und in Anstellung – beispielsweise bei Gynäkologen, im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements bei Krankenkassen oder in Tastdiagnostikzentren an Brustzentren von Krankenhäusern – vermittelt. Zum Abschluss des Förderzeitraums sollen weitere 6 frei finanzierte Ausbildungskandidatinnen in das Projekt einbezogen werden, so dass insgesamt 30 Kandidatinnen in 5 Kursen zu 6 Kandidatinnen die Ausbildung absolvieren.

Geplant ist, die Ausbildungsinitiative als Blended Learning-Konzept mit ILIAS und Saba Meeting umzusetzen. LMS und 3D-Druck-Modelle sollen auch über den Förderzeitraum hinaus dauerhaft die Basis für die MTU-Ausbildung werden, dann auch für den internationalen Markt. Qualitus hat mit der Prüfung des Pflichtenheftes bereits begonnen und arbeitet an einem Vorschlag zur technischen Umsetzung.

Mehr zur Initiative erfahren Sie hier.



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