Sprache und Schrift im Fokus

„Die Sprache ist das Haus des Seins“ hat der deutsche Philosoph Martin Heidegger einmal gesagt. Und er hatte Recht. Umso schwerer wiegt die Verantwortung, wenn es um Kinder und Jugendliche geht, um Bildung – um Zukunft. Jedes vierte Kind in Deutschland zeigt Sprachauffälligkeiten, wenn es in die Schule kommt. Sprachliche Kompetenzen sind jedoch die grundlegende Voraussetzung für erfolgreichen Schulbesuch, gelingendes Berufsleben und aktive Teilnahme an der Gesellschaft. Um eine durchgängige sprachliche Bildung zu ermöglichen, gilt es, die Sprachdiagnostik und die sprachliche Bildung und Förderung von der Kita bis zur weiterführenden Schule zu verbessern und pädagogische Fachkräfte und Lehrpersonen zu professionalisieren. Deshalb gibt es BiSS.

„Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) ist eine 2013 gestartete Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Konferenz der Jugend- und Familienminister (JFMK) der Länder. Ein Trägerkonsortium ist für die Koordination auf Bundesebene sowie die wissenschaftliche Begleitung der zentralen Programmbausteine – Fortbildung, Tools und Evaluation – zuständig. Mitglied dieses Konsortiums ist – neben dem Leibnitz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) in Frankfurt und dem Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin – auch das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln, das für die Beauftragung von Qualitus verantwortlich war.

Wichtige Organisationseinheiten der Initiative sind sogenannte Verbünde. Mindestens drei Kindertageseinrichtungen oder Schulen bilden einen Verbund, zusätzlich gibt es Kooperationen mit außerschulischen Partnern. Bundesweit haben sich über 400 Schulen, mehr als 200 Kindergärten und Kindertagesstätten und 180 Partner wie Universitäten, Stiftungen, Vereine etc. zu insgesamt 106 BiSS-Verbünden zusammengeschlossen und arbeiten daran, Maßnahmen zur sprachlichen Bildung und Sprachförderung weiterzuentwickeln und aufeinander abzustimmen.

Die Professionalisierung von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften ist eines der Ziele von BiSS. Zu diesem Zweck sollen die an BiSS beteiligten Verbünde umfangreiche, auf die Ziele des Initiative ausgerichtete und bedarfsgerechte Möglichkeiten der Fortbildung erhalten. Neben Fachtagungen und Workshops werden deshalb auch Blended Learning-Fortbildungen angeboten. Das Angebot ist gegliedert in einen allgemeinen Grundlagenkurs und vier weiterführende Kurse: „Sprache im Alltag und im Fach“, „Wörter und Sätze in Funktion“, „Leseflüssigkeit und frühe literale Fähigkeiten“ sowie „Durchgängige Leseförderung“. Die Kurse haben zum Ziel, die Teilnehmenden in die Lage zu versetzen, die in den Modulen beschriebenen Diagnoseinstrumente und Fördermaßnahmen wissenschaftlichen Grundlagen entsprechend ein- und umzusetzen.

Die einzelnen Kurse enthalten zum einen Anteile zur Vermittlung wissenschaftlicher Grundlagen. Mithilfe von Online-Elementen wie Filmsequenzen, Bild- und Videomaterial oder Animationen werden des Weiteren Tools für Sprachdiagnostik und Sprachförderung eingeführt. Ihre wissenschaftliche Fundierung wird erläutert und Einsatzmöglichkeiten im frühpädagogischen und schulischen Alltag werden vorgestellt. Zum anderen enthalten die Kurse Anteile, die direkt auf den praktischen Einsatz ausgerichtet sind. So sollen ausgewählte Diagnose- und Förderinstrumente an konkreten Beispielen wie Schülertexten, Aufnahmen von Lesesituationen und anderem mehr erarbeitet werden.

Das Aufgabenspektrum von Qualitus im Kontext von BiSS war und ist breit gefächert. Qualitus implementierte die Lernplattform ILIAS und passte sie auf die Bedarfe der Initiative an. Dann wurden die Verantwortlichen des BiSS-Projektes im Umgang mit dem System geschult. Im Hinblick auf die Produktion von Inhalten wurde das Projektteam von Anfang an intensiv begleitet. Das begann mit Schulungen zur Drehbucherstellung für E-Learning-Kurseinheiten und einer nachgelagerten Begleitung bei den ersten Schritten in der Drehbucherstellung. Kernaufgabe von Qualitus war es dann, die vom Projektteam bzw. von den anderen Projektpartnern – den Content-Entwickler*innen – erstellten Drehbuchbücher mit dem Autorentool Articulate Storyline umzusetzen. Dazu gehörte auch, entsprechende Projektvorlagen zu entwickeln, die technische Lauffähigkeit sicherzustellen und dem BiSS-Team bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Jetzt nähert sich das Projekt dem Ende. Michaela Mörs, Teil des BiSS-Teams am Mercator-Institut und von Anfang an mit bei der Entwicklung der Blended Learning-Fortbildungen dabei: „Über 120 Web Based Trainings und Skripte haben wir in den vergangenen vier Jahren zusammen mit unseren Content-Entwickler*innen und Qualitus entwickelt und umgesetzt. Solch ein Fortbildungsprogramm für pädagogische Fach- und Lehrkräfte hat es bisher noch nicht gegeben. Die Einheiten sind toll geworden und werden von unseren Multiplikator*innen in den Bundesländern mit Begeisterung angenommen. Die Arbeit hat sich also wirklich gelohnt!“

Mehr Informationen zu der Initiative finden Sie hier.



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